Eine Mehrheit des Urner Landrats, dem Kantonsparlament des Kantons Uri, fordert die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels mit einer zweiten Röhre. Darunter sind sämtliche heute bekannten Urner Kandidierenden für die nationalen Wahlen vom 18. Oktober 2015. Sie positonieren sich klar für eine Sanierungsröhre, die gerade für den Kanton Uri von grosser Bedeutung ist.
Der Stimmungsumschwung im Kanton Uri ist Ausdruck der klaren Faktenlage der verschiedenen Sanierungsvarianten im Vergleich. Mit einer zweiten Röhre kann der alte Tunnel saniert werden, ohne dass das Tessin und der Kanton Uri über Jahre isoliert und vom Rest der Schweiz abgeschnitten werden. Die Sicherheit im Tunnel wird massiv verbessert. Künftige Sanierungen, die alle rund 40 Jahre anstehen, können einfach und effizient umgesetzt werden.
Die von den Gegnern des Sanierungstunnels geforderten Verladelösungen hingegen belasten gerade den Kanton Uri stark. So müssten in Erstfeld und Göschenen auf besten Böden riesige Verladeanlagen gebaut und nach der Sanierungs wieder abgerissen werden. Je nach Dauer der Sanierung kostet eine solche Verladelösung über zwei Milliarden Franken. Weder bei der Sicherheit noch für künftige Sanierungen würde ohne zweite Röhre eine nachhaltige Lösung mit Mehrwert geschaffen.
Das Ja zum Sanierungstunnel ist auch ein klares Zeichen für eine funktionierende Sanierung ohne zusätzliche Verkehrsbelastung im Kanton Uri. Weil die Kapazitäten der Verladeanlagen auch im besten Fall nicht ausreichen werden, fürchten die Urnerinnen und Urner zusätzliche Belastung auf der Passstrasse über den Gotthard und auf den Kantonsstrassen. Auch in den vorgelagerten Gebieten bis ins Mittelland und auf den anderen Alpenübergängen muss mit Verkehrsbehinderungen und teils massivem Umwegverkehr gerechnet werden. So nahm bei der Schliessung des Gotthardtunnels 2006 nach einem Steinschlag der Verkehr am San Bernardino um 285 Prozent bei den Lastwagen und um 134 Prozent bei den Personenwagen zu.